Bürgergutachten in Berlin vorgestellt

Was kann sich unsere Gesellschaft noch leisten und wie kann dies gerecht finanziert werden? Diese Fragen beschäftigen nicht nur Kanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil. Am 8. September 2025 haben wir die Ergebnisse der Bürgerdebatte "Gerechte Steuern und Finanzen" in Berlin vorgestellt. Höhere Steuern für Großanleger, eine Reform der Erbschaftsteuer, Entlastungen für kleine Renten und mehr Effizienz beim staatlichen Bauen gehören zu den Forderungen. Auch stärkere Bürgerbeteiligung bei Staatsausgaben - zum Beispiel durch Volksabstimmungen und Bürgerräte - fordern die 40 Bürgerinnen und Bürger, die an der Steuerdebatte beteiligt waren.
An insgesamt sechs Tagen haben die gelosten Bürgerinnen und Bürger an zwei Wochenenden in Erfurt diskutiert. Sie ließen sich von Fachleuten beraten und haben gemeinsam Empfehlungen erarbeitet. Zuvor hatten rund 18.000 Menschen ihre Vorschläge zum Thema online eingereicht - diese Ergebnisse flossen in die Bürgerdebatte ein.
„Bürgerinnen und Bürger können gemeinwohlorientierte Vorschläge erarbeiten“
Organisiert wurde die Debatte vom Fachverband Mehr Demokratie, dem Bund der Steuerzahler und dem Netzwerk Steuergerechtigkeit. „Die Bürgerdebatte zeigt: Die Bürgerinnen und Bürger können selbst bei komplexen Themen wie Finanzpolitik gemeinwohlorientierte Vorschläge erarbeiten“, sagt Roman Huber, geschäftsführender Bundesvorstand von Mehr Demokratie.
„Bei der Debatte sind Kompromisse entstanden, die für die politische Diskussion der nächsten Monate wegweisend sein könnten - zum Beispiel bei der Erbschaftsteuer“, so Christoph Trautvetter, Koordinator des Netzwerkes Steuergerechtigkeit.
„Der Anfang einer gesamtgesellschaftlichen Diskussion“
„Steuer- und Finanzthemen bewegen die Menschen sehr. Wir dürfen auf komplexe Fragen keine leichten Antworten erwarten", sagt Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler. Darum ist diese Debatte nicht das Ende, sondern der Anfang einer dringend nötigen gesamtgesellschaftlichen Diskussion. Dabei sehe ich Politiker in der Verpflichtung, mehr zu erklären."
Wie geht es weiter?
Das Bürgergutachten haben wir an die fachlich zuständigen Abgeordneten geschickt. Die meisten Forderungen richten sich an die Bundespolitik, aber die Informationen werden auch noch einmal aus Sicht der Länder und Kommunen aufbereitet.
Die Ergebnisse und Empfehlungen werden auch in Gesprächen mit Bundestagsabgeordneten in deren Wahlkreis, mit der Lokalpolitik, der lokalen Presse oder beispielsweise als Bildungsveranstaltung bekannt gemacht. Helfen Sie uns gerne bei der Gesprächsvermittlung!
Der Bund der Steuerzahler, Mehr Demokratie und das Netzwerk Steuergerechtigkeit halten weiterhin Ausschau nach geeigneten Terminen, um den Empfehlungen Gehör zu verschaffen. Laden Sie uns ein!
Empfehlungen der Bürgerdebatte „Gerechte Steuern und Finanzen“